Ornithologische Exkursion am Borkener See

Bei besten sommerlichen Temperaturen trafen sich am 04. Juni 2023 Vogel-Interessierte am Borkener See. Rainer Hartmann, erster Vorsitzender des NABU Homberg (Efze) und Hobby Ornithologe, gab interessante Einblicke in die Welt der Singvögel. Auch wenn sich die meisten im dichten Blätterdach versteckt hielten, so gaben sich in zwei Stunden 22 verschiedene Vogelarten zuerkennen.

Hartmann zeigt Vögel im Buch
Hobbyornitholge Rainer Hartmann [Foto: NABU]

Bereits am Parkplatz wechselten sich Buchfink, Zilpzalp und Mönchsgrasmücke ab. Besonders diese drei Arten sind typisch für das Naturschutzgebiet am Borkener See. Der Buchfink zeichnet sich dabei durch ein dauerhaftes Gezwitscher aus. Den Zilpzalp erkennt man daran, dass er immer wieder seinen Namen zu rufen scheint. Auch der Kuckuck und der Uhu tun es ihm gleich und rufen ihren eigenen Namen.

 

Besonders klangvoll zeigte sich die Nachtigall. Direkt neben dem Weg genossen alle die verschiedenen Töne des Singvogels. Mit einer kräftigen Stimme beeindruckte sie alle Teilnehmer der Wanderung. Erkennbar ist sie an drei gleichen aufeinanderfolgenden Tönen in der Mitte des Gesangs, die an Schüsse erinnern. Auch die Gartengrasmücke gab nebenan ihr gleichbleibendes, „plätscherndes“ Singen preis. Und kurz darauf hörten alle ganz eindeutig von weitem den Kuckuck seinen Namen rufen.

 

An einer grasbewachsenen Ebene erklärte gerade Rainer Hartmann, dass das eigentlich eine perfekte Stelle für den Neuntöter sei. Dieser macht jedoch keine singenden Töne, deshalb müsste man ihn nur durchs Fernglas beobachten können. Und wie gerufen, setzte sich ein Neuntöter auf einen Strauch seelenruhig nieder. Alle hatten so die Gelegenheit den Vogel durchs Fernglas genauer zu betrachten.

 

 

Alle Menschen schauen durch den Ausguck
Blick zum Storchennest am Borkener See [Foto: NABU]

Auf dem Weg hörte man noch Blaumeisen, die gerade Junge fütterten sowie einige Singdrosseln. Auch sie haben einen besonderen Gesang, denn sie wiederholen eine Strophe zwei- bis dreimal und kommen dann zur nächsten. Der Gesang ähnelt dem der Amsel und ist ebenfalls sehr abwechslungsreich. Ein Zaunkönig lief daneben langsam zur Hochform auf.

 

Erblicken konnten die Teilnehmer noch einen Grünfink, Mehlschwalben, einen Sperling, Bachstelze, Eichelhäher sowie Amseln.

 

Kind und Mann schauen durchs Fernglas
Mit dem Fernglas auf den Borkener See geschaut [Foto: NABU/Vanessa Koller]

Von einem Aussichtsturm aus gab es einen weiten Blick über den Borkener See und das Wahrzeichen der Stadt, den Wasserturm. Sechs Wasservögel befanden sich im Blickfeld, darunter Zwerggänse, Schwäne, Haubentaucher, Blesshuhn, Graugänse sowie Zwergtaucher.

 

Parallel zum Gehör von Rainer Hartmann, testeten die Teilnehmer eine Vogel-App. Alle waren sehr erstaunt, wie gut diese die Vögel erkannte. Zum Kennenlernen der Vogelgesänge können Apps eine gute Ergänzung bieten. Auch der NABU bietet die sehr umfangreiche Vogelbestimmungs-App „Vogelwelt“. Diese kann um die Stimmerkennung erweitert werden. Getestet haben wir die kostenfreie BirdNET-App, die von einem Forschungsteam der TU Chemnitz und der Cornell University (USA) entwickelt wurde.

Am Ende der zwei Stunden war man sich einig, dass der Borkener See einer großen Vielfalt an Vögeln ein zu Hause bietet. Es ist ein Beispiel dafür, wie wichtig Naturschutzgebiete für die Artenvielfalt geworden sind.